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Integration durch den Aufbau öffentlicher Kommunikationsstrukturen

Integration durch den Aufbau öffentlicher Kommunikationsstrukturen -

Förderung der Kommunikationspotenziale aus Einwanderungsgruppen in Deutschland

 

 Stichwörter: Qualifizierung von Kommunikatoren

                           Integration der Flüchtlinge

                           Journalistische Brückenfunktionen

                           Strukturen der Vielfalt und Partizipation

                           Vernetzung Medien – Kommunikatoren

                           Pilotprojekt-Redaktion Berlin

Ziele:

Stärkung kollektiver Strukturen der Interkulturalität in Deutschland als Voraussetzung für Innovationen in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Aktuelle Bereitstellung von Zielgruppen scharfen Informationen zur Orientierung. Authentische Geschichten von Flüchtlingen in Interviews, Portraits und Reportagen für die allgemeinen Medien in Deutschland. Konsenskommunikation für die Akzeptanz der Vielfalt. Aufbau einer mehrsprachigen Projektredaktion mit der Aufgabe, laufende Entwicklungen in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland kommunikativ zu unterstützen.

Modellcharakter:    

Das Pilotprojekt in Berlin schafft einen Lern- und Arbeitsrahmen für die Produktion von medialen Beiträgen. In die Projekt-Redaktion (bis 15 TeilnehmerInnen) werden vorrangig journalistisch erfahrene Geflüchtete unbeschadet dem Stand ihrer Deutschkenntnisse aufgenommen (Einwanderungssprachen nutzen, Authentizität und Nähe zu den Zielgruppen). In der Redaktion werden die Teilnehmer von zwei hauptamtlichen DozentInnen betreut, von denen mindestens eine(r) JournalistIn sein soll (Redaktionsleitung und CvD). Das BWK organisiert parallel zur Redaktion einen obligatorischen deutschen Sprachkurs für die TeilnehmerInnen. Die Redaktion ist ergänzt als praktisches Sprachlabor den Spracherwerb. Inhaltliche und personelle Ausgestaltungen erfolgen durch den Verein Neue deutsche Medienmacher, der über die breitesten Erfahrungen in der interkulturellen Entwicklung in Deutschland verfügt und sich bereits jetzt intensiv mit geflüchteten JournalistInnen auseinandersetzt und als Anlauf- und Kontaktstelle für Anfragen der deutschen etablierten Redaktionen fungiert. Die Projekt-Redaktion arbeitet in Räumen des BWK (Infrastruktur/Produktionstechnik). Sie arbeitet mit freien MitarbeiterInnen aus den Flüchtlingsgruppen zusammen und erhält Schulungen durch renommierte DozentInnen (Honorare), die ebenfalls aus dem weitreichenden Pool der Neuen deutschen Medienmacher e.V. akquiriert werden können. Es sollen auch Arbeitsverbindungen mit der neu in Berlin entstehenden Radio-Integrationswelle aufgebaut werden, die von der mabb ausgeschrieben worden ist. Die Projektredaktion erstellt Produkte: Ein wöchentlich aktualisiertes Informationsmagazin für neu ankommende Flüchtlinge in Berlin (online und Print). Journalistisch aufbereitete Interviews, Reportagen und Portraits von Flüchtlingen für die Medien in Deutschland (auch als neue Online-Plattform).

Kommunikation nach innen und nach außen

Integrative Zielsetzungen werden redaktionell organisiert. Sie stellen bedarfsgerecht Informationen zusammen, die den Flüchtlingen während der Aufnahmephase in Berlin die Orientierung erleichtern. Sie begleiten die Flüchtlinge im Transfer als Menschen und Gruppen im ihnen neuen Deutschland. Mit einem Informationsmagazin (online und Print) werden Flüchtlinge ab dem Tag ihrer Ankunft in ausgewählten Sprachen mit Einrichtungen, Abläufen, Regeln und Integrationsprogrammen bekannt gemacht. Dafür werden die Vermittlungswerte journalistischer Darstellungen genutzt. Das Informationsmagazin kann unter dem Titel „Angekommen in Deutschland“ erscheinen. Die Magazine sollen zweisprachig publiziert werden, in Deutsch plus der entsprechenden Herkunftssprache. Vordringliche Komplementärsprachen sind Arabisch, Farsi-Dari (Afghanistan) und sinnvollerweise auch Englisch.

Die Nähe der Redaktionsmitglieder zu den Herkunftsgruppen der Flüchtlinge ermöglicht besser als es deutsche JournalistInnen schaffen, in Erzählungen über Lebenswege, Erfahrungen, Schwierigkeiten und Perspektiven der neu Eingewanderten zu berichten. Auf diese Weise kann der anonymisierten und gesichtslosen Masse der Flüchtlinge eine Individualisierung entgegengestellt werden, die Anteilnahme und Empathie in der deutschen Gesellschaft fördert. Zugleich werden die Abstraktionen der Wertediskussion konkret und anschaulich in die öffentliche Diskussion eingeführt. Aufgabe der Redaktion ist es, solche „Geschichten im neuen Deutschland“ zu erschließen und in journalistische Formate zu übertragen, die einschlägigen Anforderungen in den deutschen Medien gerecht werden.

Während das Informationsmagazin die Kommunikationsrichtung zu den Flüchtlingen einschlägt, richten sich die Geschichten an die in Deutschland lebende Bevölkerung und nutzt dazu den Publikationsrahmen der Medien. Diese Doppelseite der Kommunikation ist modellartig geeignet, integrative Prozesse in Deutschland zu fördern.

Als Lernprojekt stehen die journalistischen Brückenfunktionen im Vordergrund. Die Sprache wird nach innen (für Zielgruppen) eingesetzt, was Identitäten stabilisiert. Sie wird aber auch nach außen (für die allgemeine Öffentlichkeit) eingesetzt, um Verständigung zu stärken. Mit der Vermittlung von Orientierung werden die Empfänger auf den Unterschied der Alltagsregeln im neuen Land aufmerksam gemacht (Interkulturalität). Die in Deutschland lebende Bevölkerung gewinnt Bilder von den Menschen, die neu ins Land kommen (Differenzierung). Grundlage des Lernens im Pilotprojekt sind das Grundgesetz und die Regeln einer Independent Profession (Deutscher Presserat).

 

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