Kopftext

Wie ein guter Rotwein

Nefertari68 - Kindle Edition|Von Amazon

Ein Mann in seinem Schaukelstuhl, die strahlend blauen Augen unter halb geschlossenen Lidern und langen Wimpern nur zu erahnen. Ihr Blick weit entrückt. Alle Sinne nach innen gerichtet sitzt er da, saugt versonnen an seiner Pfeife mit den Gedanken in längst vergangenen Zeiten. Sanfte Klavierklänge untermalen die Bilder von einst.
Dann reckt er sein Kinn nach oben, streicht seine schon lange schlohweißen Haare zurück und erhebt sich. Seine nackten Füße tragen ihn über den warmen Holzboden hinaus auf den Balkon. Tief lässt er die Luft in seine Lunge strömen und richtet seinen nun wachen Blick über das Berlin von heute.
Er steckt die Pfeife ein, zieht Schuhe an und ist im Begriff, seine Wohnung zu verlassen. Sein Blick fällt in den Spiegel. Er sieht einen Mann, der seine Sturm-und Drangzeit schon seit geraumer Zeit hinter sich hat.
Doch *Alt* ist vielleicht eine Taste auf seinem Laptop, jedoch keine Bezeichnung, die Uli Pätzold gerecht würde.
Sicher hat der Pfau schon ein prächtiger glänzendes Federkleid im Spiegel erblickt, der Rücken früher viel gerader das stolze Haupt getragen, dass so gefüllt mit Wissen, mit Fragen, mit Ideen immer schon war.
Doch das was ich da im Spiegel erblicke, ist nur eine 68 Jahre alte menschliche Hülle, ein Mantel, der einen faszinierenden, erfahrenen, herzlichen und immer noch jungen Menschen beherbergt.
Uli Pätzold schlendert durch seine Wahlheimat Berlin. Durch seinen Kopf schwelgen Erinnerungen, verbinden sich mit gerade Erlebtem. Wieder zu Hause, betritt er sein Arbeitszimmer, schaltet seinen Computer an und schreibt ein Buch. Er nimmt uns mit auf eine Zeitreise, lädt uns ein, ihn zu begleiten durch das Früher in das Heute, durch Geschichte und Geschichten. Er gewährt uns Einlass in seinen Kopf und ein klein wenig auch in sein Herz.
Dabei taucht immer mal wieder die Zahl 68 auf, mit mehr oder weniger Bedeutung. Als Uli die Achtundsechziger mit vollem Bewusstsein erlebt und mit prägt, erblicke ich grade das Licht der Welt. Gerne nehme ich seine Einladung an und tauche durch die Lettern in seine Welt. Ich verschlinge Zeile um Zeile. Ich flaniere mit ihm durch die Hauptstadt und lausche seinen Worten.
Wer ihn kennt, wird beim Lesen schmunzelnd feststellen: Ja, das ist Uli!" und wer ihn kennenlernen möchte, wird sich ganz sicher beim Lesen nicht langweilen.

Zurück