Kopftext
Erst im Austausch zwischen Menschen, die sich kennen und auf ein gemeinsames Thema beziehen, werden die Perspektiven deutlich, in denen Wahrnehmung und Wahrgenommenes zusammen fließen. Menschen hinter einer Aussage interessieren mich genauso wie die Aussagen selber. Ohne einem besonderen Maßstab zu beachten, stelle ich hier das eine oder andere Zeugnis dieser zwischenmenschlichen Kommunikation in meinen Blog.

 

 

Aus der Anonymität nur noch Dreck

Ich gebe hier eine anonyme Botschaft an mich wieder, um zu zeigen, wie niederträchtig Menschen ihre Anonymität im Internet nutzen. Die Rückverfolgung des Absenders verliert sich in Österreich und dann bei einem "Conticce", offensichtlich einem Server, über den man Mail verschicken kann, ohne dingfest gemacht werden zu können.

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Zwischenbescheide

Dagmar Sch. eine Kollegin aus Stuttgart: "Dein Buch hält mich in Atem." Sie liest also noch. Ebenso Theo Körner, der in Lünen lebt, seit Jahrzehnten ein guter Journalistenkollege und nun voll getroffen von der Schließung der Redaktion Westfälische Rundschau: "Eigentlich wollte ich Dir eine Rückmeldung Zu Deinem Buch gegeben habe, in dem ich bereits geblättert habe und es wirklich richtig gut fand. Aber die Ereignisse haben mich dann ein wenig überrollt. Aber die Lektüre ist nicht vergessen."

Was die WAZ mit den Rundschau-Lesern in Dortmund macht

Mein Freund Jürgen Hoppe war auf der Demo "Rundschau retten" am 19. Januar 2013 in der Dortmunder Innenstadt. Ich hatte ihm meine "nicht gehaltene Rede" zugeschickt (siehe News). Hier seine Antwort:

....Danke für Deine nicht gehaltene Rede! Es ist viel geredet worden bei dieser Demo in eisiger Kälte. Ich bin sicher, es wären sonst noch viel mehr Menschen gekommen. Viele Passanten – ich habe den Handzettel „Die WAZ-Axt schlägt wieder zu!“ – verteilt, haben auch ihre Wut und Fassungslosigkeit geäußert, dass die WR als richtige eigenständige Zeitung  in Dortmund in Zukunft nicht mehr existieren wird. Das wird nicht nur die Presselandschaft verändern. Es wird die Stadt verändern. Wir werden nur noch eine CDU-nahe konservative Zeitung haben, die stärker als bisher diese Politik vertreten wird. Die WR war auch die einzige Zeitung, die mit Kraft gegen die Nazis in dieser Stadt geschrieben hat, die Ruhr-Nachrichten haben das nicht getan, sie haben vor allem die Gegendemonstranten kritisiert. Dennoch: es war in den letzen Monaten schon deutlich, dass auch die WR klar nach rechts gerutscht ist. Ob das aus  der WAZ-Zentrale kam oder aus eigenem Antrieb, der „Rudel-Journalismus“ wurde leider auch hier praktiziert, ob gegen unseren OB, gegen Steinbrück oder Eumann: es gab immer nur einseitige Infos, Leserbriefe wurden nur noch abgedruckt, wenn sie diese Richtung hatten. Auch sind ja schon Kolleginnen und Kollegen „aus persönlichen Gründen“ in andere Redaktionen versetzt worden.
Dieser Schlag gegen die Meinungsvielfalt im Ruhrgebiet dürfte ja wohl mit den veränderten Besitzverhältnissen im WAZ-Konzern zu tun haben. Es ist so ungeheuerlich und lässt wirklich viele tausend Leser völlig ratlos zurück. Es ist natürlich richtig: so eine Zeitung ohne Redaktion kann kein Mensch gebrauchen. Wie ich höre, haben schon viele Firmen ihre Anzeigenverträge gekündigt. Aber was soll denn an Dortmunder Politik interessierten Bürgern bleiben? Die Ruhr-Nachrichten? Eine andere Möglichkeit gibt es nicht mehr. Diese Zeitung aber dann zu belohnen, indem wir sie abonnieren? Da sträubt sich auch alles in mir. Ohne Lokalzeitung leben? Allein mit der Süddeutschen? Die Frankfurter Rundschau gibt es ja bald auch nicht mehr......