Kopftext
Wesentlicher Bestand von News sind Nachrichten. Das Wort verweist darauf, dass Informationen einen erhöhten Wert bekommen, wenn man sich nach ihnen richten kann. Texte, die ich hier vorstelle, haben vor allem Gebrauchswert - für Journalisten und für alle, die wissen wollen, wie das funktioniert, mit Informationen Öffentlichkeit zu erreichen. Außerdem berichte ich über einige mir aktuell wichtig erscheinende Einmischungen in öffentliche Angelegenheiten und stelle literarische Texte ein, die sich auf aktuelle Entwicklungen beziehen. Eine Übersicht gibt es in der Rubrik Skripte.

 

 

Vortrag 23.03.2019

In der Mendelssohn-Remise am Berliner Gendarmenmarkt Ost mit der Unterstützung der "friede springer stiftung“ eine Ausstellung unter dem Titel eröffnet worden Zehn Zeitungen in der Friedrichstadt. Mir fiel die Ehre zu, mit einem Vortrag in die spannende Zeitungsgeschichte von 1786 bis 1942 einzuführen, wie sie in hohem Maße das Viertel rund um die Kochstraße geprägt hat.
 
Das Manuskript für diesen Vortrag ist hier zu lesen!

31.12.2018

Unsere Erde ist in diesem Jahr hässlicher geworden, mit verwirrenden Stimmen egoistischer, lauter und aggressiver. Sie ist beängstigend, wie viele Umfragen bestätigen. Viel zu viele Menschen irren als Flüchtlinge durch die Welt, erschöpft, krank, hungernd. Immer noch tragen sie Europa als Hoffnungssehnsuchtsort auf ihren Landkarten.

Das gefällt einer wachsenden Zahl unserer Mitbürger überhaupt nicht. Sie sind blind für diese Welt und ziehen gegen die Schwächsten in den Krieg und erklären sie für die Verursacher ihrer Ängste und ihrs Versagens. Sie wählen die Partei, deren einziges Programm es ist, vor den Flüchtlingen als Grund aller Übel zu warnen.

Die großen Wirtschaften beherrschen die Welt, nicht die Demokraten. Kapital ist ihr einziger Maßstab. Geduldige Programme bleiben Papier. Autokonzerne lassen die Ministerien tanzen. Das Soziaalsystem erodiert unter den Immobilienmonstern. Die Schere zwischen Mindestlohn und Reichtum gleicht einer Kraterlandschaft. Bettler und Obdachlose füllen die Straßen wie Fallobst die Streuobstwiesen im Herbst.

Insekten sterben, Inseln versinken im Meer, Stürme jagen über das Land, Trockenheit versiegelt die Quellen, und Felder verschlammen in Regenfluten. Donald Trump, die nazistische Lachmarionette der Weltpolitik, kündigt das Pariser Klimaabkommen. Seine Satrapen stehen Schlange. Der Regenwald in Brasilien wird zum Abschuss freigegeben. Freiheit und Sicherheit sind zu Versatzstücken der Ideologie geworden.

Das Geistesleben ist in solchen Zeiten schwach. In den USA, in China, in Russland, in Brasilien, in der Türkei, in Ungarn und in vielen anderen Staaten regieren geistlose Despoten. Wer sich über Politik Gedanken macht, erleidet Schwermut, Melancholie, Despression. Auch die Studierenden der Hochschulen sind kaum mehr Teile der Aufrüttelung. Sie werden für den Wettbewerb auf den Arbeitsmärkten ausgebildet und drehen wie Hamster das Rad, verkriechen sich in die kleinen Welten ihres Smartphones.

Die Zeit wird knapp. Je älter man wird, desto deutlicher werden die Verluste. Die Bande zwischen Persönlichkeit und Menschheit zerreißen. Schwarzhumorig registrieren wir das Auslaufen eines hässlichen Jahres mit viel Sonnenschein. Es geht weiter so, und die englische Insel treibt aus Europa.

Weiter so....

Am Ende des Jahrres 2018 zwischen Trump und Bienenhaus geht es mit literarischem Beistand in das weitere Ideal zu leben:

Sanskrit:

Derjenige, der auf alle Kreaturen blickt wie auf sich selbst,

ist ein wahrhaft weiser Mann.

 

Hölderlin:


Nah ist

Und schwer zu fassen der Gott

Wo aber Gefahr ist, wächst

Das Rettende auch.